Ihr Titel

Willkommen                                                    in der Naturheilpraxis Kerngesund   


Zeit zu Leben

Im Artikel „Gedanken erschaffen Realität“ ging es darum, dass wir alle etwas bestimmtes glauben und uns daraus unsere eigene Welt basteln. Wir sind der festen Meinung, dass man in einer bestimmten Situation nur so und nicht anders reagieren muss und kann. Heute wollen wir uns einmal einen Glaubenssatz genauer ansehen, dem viele von uns unterliegen.

Interessant ist dabei nicht nur der Gedanke an sich, sondern auch das, was er mit uns macht, was er nach sich zieht. Denn jeder Gedanke hat eine ganze Reihe von Konsequenzen. Hast Du ihn erst einmal als den Ursprung enttarnt, kannst Du vieles in Deinem Leben ändern.

Der Glaubenssatz um den es gehen soll lautet: „Ich habe keine Zeit“. Wir lesen immer wieder, dass wir in einer gehetzten, schnelllebigen Zeit leben in der wenig Platz für ruhige Betrachtungen, Innenschau und Meditation ist. Wir stehen morgens auf, lassen das Frühstück ausfallen denn zum einen haben wir keinen Hunger, zum anderen keine Zeit. Wir müssen die Bahn erwischen, 30 Minuten mit anderen Pendlern im Stau stehen, die Kinder zur Schule bringen und rechtzeitig beim Meeting eintreffen. Unser Tag ist gefüllt mit Terminen, dem Beantworten von Mails, Telefonaten, Kundengesprächen, Besprechungen und Terminplanungen. Zum Mittagessen gibt es schnell einen Salat oder das heutige Kantinengericht. Wir beeilen uns, mit der Arbeit fertig zu werden, denn schließlich müssen wir anschließend die Kinder von der Schule abholen, Besorgungen und Arzttermine erledigen oder ins Fitnessstudio eilen. Daheim angekommen wartet die Wäsche, die Spülmaschine will ausgeräumt werden und was zu Essen wäre auch nicht schlecht. Völlig erledigt kippen wir um 20 Uhr auf die Couch und schlafen dabei ein – bis das ganze am nächsten Morgen wieder von vorne losgeht.

Was würde wohl Deine Großmutter zu Deinem Leben sagen? Die Großmutter, die vier Kinder großgezogen hat, keine Waschmaschine und keine Spülmaschine hatte? Die morgens mit dem ersten Hahnenschrei aufstand, Frühstück für die Kinder machte und im Garten Gemüse zog, um die Familie versorgen zu können? Die mit der Hand Brotteig knetete weil es keinen Bäcker gab, bei dem sie die Wahl zwischen 20 Sorten hatte. Die Socken stopfte, Hemden und Hosen flickte weil es viel zu teuer gewesen wäre, neue zu kaufen, nur weil es abgetragen oder kaputt war. Die einmal in der Woche Neuigkeiten hörte, wenn sie sich mit anderen zum tratschen traf.

Wir arbeiten viel weniger als die Generationen vor uns, leben wesentlich sicherer, können uns viel mehr Luxus leisten – und haben im Endeffekt viel mehr Zeit. Wir müssen uns kaum Sorgen ums überleben machen und ob wir ein Dach über dem Kopf haben. Wir füllen unsere Zeit und unseren Kopf mit unnützen Dingen und Nachrichten. Wir häufen Dinge und Informationen an und kommen gar nicht mit ihnen klar. In unserer Freizeit ärgern wir uns über technische Geräte die nicht funktionieren, machen ein Update nach dem anderen, vergeuden unsere Zeit mit sinnlosen Spielen, waschen das Auto für den schönen Schein. Im Grunde haben wir alles – und noch viel mehr – als wir brauchen. Auch und vor allem Zeit. Wir sind deswegen aber nicht zufriedener sondern verschwenden sie und schlagen sie tot. Wir haben Zeit, nutzen sie aber für unwichtige Kleinigkeiten, die selbige und damit auch uns fressen. Ist es wirklich wichtig zu wissen, welcher Promi wen geheiratet hat? Wer im letzten Tatort der Mörder war? Was die alte Schulfreundin am Wochenende gemacht hat und bei Facebook postet? Was andere zu dem letzten Bild sagen, dass ich in sozialen Netzwerken geteilt habe? Bringt mich das persönlich weiter, macht mich das zu einem besseren Menschen? Zu einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft? Oder könnte ich diese Zeit nicht besser verbringen? Flüchte ich mit all diesen Kleinigkeiten nicht vor mir selbst, vor meinen Gedanken und Gefühlen? Vielleicht könnte eine Beschäftigung damit mich viel glücklicher und zufriedener machen, als die neuesten Nachrichten oder ein schnellere, besseres technisches Gerät, das doch nur wieder meine Zeit verschwendet.