Ihr Titel

Willkommen                                                    in der Naturheilpraxis Kerngesund   


Von Anpassung und Selbstliebe


„Wenn Du brav bist bringt der Nikolaus Dir Geschenke.“ „Wenn Du lieb bist bekommst Du ein Eis“. Diese und ähnliche Sätze haben wir vermutlich alle als Kind zu hören bekommen.

Sie helfen unseren Eltern bei der Erziehung, sorgen aber auch dafür, dass wir uns – ein wenig überspitzt ausgedrückt – auf erpresserische Art anpassen. Wir gingen in die Schule und versuchten unser bestes, gute Noten heimzubringen. Dadurch bekamen wir Lob und Anerkennung und diejenigen, die keine so glückliche Kindheit hatten entgingen auf diese Art vielleicht Schlägen. Nach der Schule kam die Ausbildung in der das Spielchen genau so weiterging. Wer sich anpasst und brav seine Arbeit erledigt bekam Anerkennung und später vielleicht einen Job. Dann waren wir plötzlich erwachsen und stellten fest, dass wir nun ebenfalls in der Lage sind, Forderungen an jemanden zu stellen. Genau das taten wir auch. „Wenn Du dies oder jenes für mich tust bin ich Dir dankbar und hab Dich gern.“

Durch all diese kleinen Dinge und Sätze werden wir rund, passen uns der Gesellschaft an und bekommen unsere Ecken und Kanten abgeschliffen, die uns eigentlich ausmachen. Jeder Mensch ist ein Individuum, das nun einmal seine ganz persönlichen Ecken und Kanten hat. Die Frage ist, wie es uns dabei geht. Fühlen wir uns wohl in unserem angepassten Leben? Oder gibt es da eine leise Stimme die uns sagt, eigentlich würden wir uns anders entscheiden wenn wir könnten? Oft hält uns die Angst davor, die Liebe und Anerkennung anderer zu verlieren, davon ab, das zu tun, was wir wirklich wollen.

Eine Freundin stammt aus einer Familie von Ärzten. Ihre Eltern und ihr Bruder waren Ärzte so wie auch schon ihre Großeltern. Also begann sie Medizin zu studieren. Dann heiratete sie, bekam erst ein, dann das zweite Kind. Ihr Studium hat sie unterbrochen denn es ging schließlich nicht, als Mutter und Ehefrau zu studieren. Als die Kinder aus dem gröbsten heraus waren trennte sie sich von ihrem Mann. Kurz darauf nahm sie ihr Studium wieder auf. Doch bald musste sie feststellen, dass sie damit auch nicht glücklich war. Ihr Leben war eine einzige Hetzerei. Täglich zur Uni rennen, vorher die Kinder zur Schule schicken, der Haushalt, der Hund, eine neue Beziehung, die Lernerei – das alles war zuviel. Daher brach sie ihr Studium erneut ab. Es war eine schwere Entscheidung. Sie beschloss für sich einen anderen Weg zu gehen, egal was alle um sie herum sagten. Als sie diese Entscheidung getroffen hatte ging es ihr richtig gut und sie hatte das Gefühl, angekommen zu sein. Sie war glücklich und zufrieden mit sich selbst.

Wenn wir in uns hineinhorchen, sind wir dann auch glücklich und zufrieden mit uns selbst? Lieben wir uns selbst für das was wir sind oder kommt unser Selbstwertgefühl nur von außen? Jeder sollte einmal über diese Fragen nachdenken. Wenn wir sind wie alle anderen versinken wir in der Masse der Bedeutungslosigkeit. All diejenigen, denen wir neue Erfindungen und große Durchbrüche zu verdanken haben waren nicht angepasst. Einstein beispielsweise war weder ein besonders guter noch ein folgsamer Schüler. Wilhelm Conrad Röntgen wurde sogar von der Schule verwiesen, dennoch studierte er und entdeckte später die Röntgenstrahlen. Nicht jeder von uns wird eine so bahnbrechende Entdeckung machen und bekannt und berühmt werden – darum soll es hier auch gar nicht gehen denn dann würden wir wiederum nach der Anerkennung anderer streben. Aber wenn wir uns auf das besinnen, was wir wirklich wollen und Dinge tun, die wir wirklich lieben – um ihrer Selbst willen – wer kann schon sagen, was daraus Gutes entstehen kann?