Familienstellen

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Familienstellen ist eine Methode aus der systemischen Psychotherapie. Der Ursprung liegt in der Familienskulptur die in den 70er Jahren von Virginia Satir entwickelt wurde. Bei der Familienaufstellung geht es darum, die Beziehungen einzelner Personen untereinander sichtbar zu machen. Zum Tragen kommen dabei Gefühle, Wahrnehmungen und Gedanken sowie unbewusste Muster und Konflikte. Dabei spielen aktuelle Geschehnisse ebenso eine Rolle wie Vergangenes.

Mit Figuren gestellt sind Probleme ersichtlich, verständlich und veränderbar.

Um das Ganze besser erklären zu können sehen wir uns einmal ein fiktives Beispiel an. Ein Mann mit Mitte 20 hat immer wieder Pech in der Liebe. Ihm ist eine gewisse Traurigkeit inne und seine Exfreundinnen hatten sich alle nach einiger Zeit der Beziehung – die zuerst glücklich verlief – von ihm zurückgezogen und gaben unter anderem eben diese Traurigkeit als Grund dafür an. Beim Gespräch mit ihm kommt heraus, dass er zusammen mit seiner Schwester noch bei seinen Eltern lebt. Zum Vater habe er eine sehr innige Beziehung, zu seiner Schwester und seiner Mutter weniger. Die Beziehung zu seiner Mutter ist für ihn ein vermutlicher Grund, warum seine Beziehungen immer wieder scheitern.

Beim Familienstellen wählt man in der Regel Stellvertreter für alle an einem Problem oder Konflikt beteiligten. Das können in einer Gruppensitzung andere Teilnehmer sein oder auch einfach Figuren. Diese Figuren werden nun in einer Beziehung zueinander gestellt. So kann es nun sein, dass der junge Mann dicht neben seinem Vater steht um die innige Beziehung darzustellen während Mutter und Schwester abseits stehen. Dabei spielen aber auch die Beziehungen der anderen Beteiligten zueinander eine Rolle. Vater und Sohn sehen sich an, der Mann und seine Schwester aber nicht. Die Schwester sieht auch die Mutter nicht an. Nun geht es darum herauszufinden, wer aus welchen Gründen ein Problem mit wem hat und warum. Das kann durch gezielte Fragen des Therapeuten herausgefunden werden und oftmals kommen so Dinge zu Tage, die keinem der Familienmitglieder bewusst war. Das können Gedanken, Gefühle, Handlungsmuster und Körperwahrnehmungen sein.

Das spannende daran ist, dass das Unterbewusstsein eines jeden Beteiligten mit dem der anderen kommuniziert. Beim Familienstellen zeigt sich, dass unser Unterbewusstsein Dinge weiß und versucht diese zu verarbeiten. In einigen Fällen kann es daher schon hilfreich sein, den Standort eines Familienmitglieds zu ändern. Dieser Standortwechsel zieht dann nicht nur im übertragenen Sinne eine neue Sichtweise und einen neuen Standpunkt nach sich und Probleme können so angegangen und gelöst werden. Daran kann man sehr schön erkennen, wie uns unbewusste Handlungen, Symboliken und Worte beeinflussen können.

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