Kerngesund                  

                                    


Das Epstein-Barr-Virus


Im letzten Beitrag bin ich darauf eingegangen, welche Grundlagen Krankheiten brauchen, um ausbrechen zu können. Dabei spielen sowohl psychische als auch physische Faktoren eine Rolle. Während jedoch akute Krankheiten schnell wieder abheilen - wenn sie richtig behandelt werden - steht die moderne Medizin bei chronischen Krankheiten oftmals vor einem Rätsel. Wenn nicht bekannt ist, was zu einer Krankheit führt kann sie auch nicht behandelt werden.

 

Während bakterielle Infektionen gut in Schach gehalten werden können sieht es mit Viren ganz anders aus. Eines dieser Viren ist das Epstein-Barr-Virus, kurz EBV. Es gehört zur Familie der Herpes-Viren die bekannt dafür sind, sich im Körper zu verstecken und "bei Bedarf" wieder auszubrechen. Dabei machen sie eine ganze Reihe von Symptomen. Bekannt ist das EBV übrigens schon seit 1964, wo es in den B-Lymphozyten (weiße Blutkörperchen, die Antikörper bilden) eines Afrikaners entdeckt wurde, der Lymphdrüsenkrebs hatte.

Mit dem EBV sind bis zum 40. Lebensjahr 98% aller Menschen infiziert. Über Tröpfchen- und Schmierinfektion gerät es in den Körper und macht bei Kindern wenige bis keine Symptome, bei Jugendlichen und Erwachsenen führt es zum Pfeifferschen Drüsenfieber. Es schwimmt im Blut herum und vermehrt sich langsam, fast schon träge. Nur keine Aufmerksamkeit erregen ist sein Motto. Dabei wartet es nur auf einen besonders günstigen Momentum erneut zuzuschlagen.
Bis dieser Moment gekommen ist können Wochen, Monate und Jahre vergehen. Doch eines Tages ist es so weit. Hier kommen jetzt die psychischen Faktoren ins Spiel. Durch Gefühle und Stress werden körperliche Reaktionen ausgelöst. Ein Todesfall, ein einschneidendes Erlebnis, zu viel Arbeit - all das führt zu einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen.

Für EBV ist das der Moment, auf den es so lang gewartet hat. Es hat die Hormone zum fressen gern und stärkt sich daran. In dieser Phase ist es immer noch unauffällig. Es macht wierhin keine Symptome und kann auch nicht mit Tests nachgewiesen werden. Ers wenn das Immunsystem durch den Stress und der oft damit einhergehenden schlechten Ernährungslage geschwächt ist bricht es voll aus. 

Die Symptome sind recht unterschiedlich und können von leichter Abgeschlagenheit bis hin zu wochenlanger Schwäche mit Fieber gehen. Das Immunsystem markiert das Virus nun, so dass alle Abwehrzellen sich darauf stürzen. In dieser zweiten Phase hat das Epstein-Barr-Virus einen guten Freund, nämlich Streptokokken. Diese sorgen quasi für ein Ablenkungsmanöver. Dies zeigt sich in eitrigen Mandeln, Problemen mit den Nebenhöhlen aber auch in den Harnwegen in Form einer Blasenentzündung. 

Während das Immunsystem jetzt mit dem neuen Feind zu kämpfen hat machen es sich ein paar kleine EB-Viren im Körper so richtig gemütlich. Was anschließend geschieht werde ich im nächsten Beitrag aufdecken.